Versicherungen sind mein Beruf. Entscheidungen interessieren mich.

Seit über 15 Jahren beschäftige ich mich mit Versicherungen, Finanzen und Risiken. Dabei habe ich eines gelernt: Die größte Herausforderung ist oft nicht, das richtige Produkt zu finden. Sondern die richtige Entscheidung zu treffen.

Warum versichern wir Kleinigkeiten und übersehen existenzielle Risiken? Warum vertrauen wir Prognosen, obwohl niemand die Zukunft kennt? Und warum halten wir Entscheidungen für gut, nur weil sie gut ausgegangen sind?

Denkanstöße finde ich unter anderem bei Daniel Kahneman, Nassim Nicholas Taleb, Robert Cialdini und vielen mehr. Ich bin kein Psychologe oder Philosoph. Ich bin Finanzmakler. Aber einer, der gelernt hat, auch die eigenen Überzeugungen zu hinterfragen.

Hier geht es nicht um Patentrezepte. Sondern um Gedanken, die helfen können, bewusster zu entscheiden.

Warum versichern wir unser Auto, Handy oder Haustier – aber nicht uns selbst?

In meinem Makleralltag beobachte ich immer wieder etwas Interessantes: Menschen versichern ihr Auto, ihr Smartphone oder sogar ihre Haustiere. Doch wenn es um die eigene Arbeitskraft geht, wird häufig gezögert.

Ein kaputtes Handy können wir uns leicht vorstellen. Den dauerhaften Verlust unseres Einkommens dagegen viel schwerer.

Dabei ist nicht entscheidend, wie wahrscheinlich uns ein Schaden erscheint, sondern auch, welche finanziellen Folgen er hätte.

Heißt das, jeder braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Nein.

Aber vielleicht sollten wir uns öfter fragen:

Welche Risiken kann ich selbst tragen – und welche könnten mein Leben grundlegend verändern?

Denn nicht alles, was man versichern kann, muss man auch versichern.

Eine gute Entscheidung kann schlecht ausgehen.

Stell dir vor, jemand verzichtet jahrelang auf eine wichtige Versicherung. Es passiert nichts. War das deshalb eine gute Entscheidung?

Ein anderer sichert sich gegen ein existenzielles Risiko ab. Auch bei ihm passiert nichts. Hat er sein Geld verschwendet?

Wir neigen dazu, Entscheidungen nach ihrem Ergebnis zu beurteilen. Doch manchmal hatten wir einfach Glück oder Pech.

Nassim Nicholas Taleb beschäftigt sich intensiv mit der Rolle des Zufalls und damit, wie leicht wir ihn unterschätzen.

Eine gute Entscheidung garantiert kein gutes Ergebnis. Und ein gutes Ergebnis beweist noch lange keine gute Entscheidung.

Vielleicht sollten wir uns deshalb öfter fragen:

Würde ich meine Entscheidung auch dann noch für richtig halten, wenn das Ergebnis anders ausgefallen wäre?

Warum mehr Auswahl nicht immer besser ist

Wir leben in einer Welt voller Möglichkeiten. Allein bei Versicherungen gibt es unzählige Anbieter, Tarife und Vergleichsportale.

Eigentlich müsste uns diese Auswahl helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Doch manchmal passiert das Gegenteil: Wir vergleichen immer weiter, werden unsicher oder entscheiden am Ende überhaupt nicht.

Mehr Informationen bedeuten nicht automatisch mehr Klarheit.

Auch deshalb sehe ich meine Aufgabe als Makler nicht darin, möglichst viele Produkte auf den Tisch zu legen. Sondern darin, Unterschiede verständlich zu machen und das Wesentliche herauszuarbeiten.

Denn die beste Entscheidung ist nicht unbedingt die mit den meisten verglichenen Angeboten. Sondern die, deren Gründe und Konsequenzen wir verstehen.

Vielleicht sollten wir uns öfter fragen:

Brauche ich wirklich noch mehr Auswahl – oder endlich mehr Klarheit?

Verantwortung statt Versprechen.

10 % Produkt. 90 % Verhalten.

Diese Überzeugung hat mich dazu gebracht, ein eigenes Buch zu schreiben.

In „Verantwortung statt Versprechen“ geht es um Geld, Risiken, Denkfehler und Entscheidungen. Nicht darum, welche Finanzprodukte du kaufen sollst. Sondern darum, wie du deine eigenen Entscheidungen besser hinterfragen kannst.

Denn niemand kann dir die Zukunft versprechen. Aber du kannst lernen, bewusster mit ihr umzugehen.

Du musst nicht denken wie ich. Mir reicht es, wenn du anfängst, deine eigenen Entscheidungen zu hinterfragen.